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11.05.2017LET’S MAKE MONEY

Film & Diskussion

2008 kam „Let’s make Money“ von Regisseur Erwin Wagenhofer in die Kinos. Die Finanzkrise war als logische Folge dessen zu lesen, was der Film (2009 als bester Deutscher Dokumentarfilm ausgezeichnet) als System dokumentierte: Private Geldvermehrung durch Ausbeutung von Menschen und kollektiven Ressourcen.

Kooperation mit dem AStA der FH | Mit dabei: Fossil Free Münster

Die Brücke | Wilmergasse 2 | 19:00 Uhr

Geldvermehrung

Wenn es die Aufgabe des Geldes ist, sich zu vermehren, ist die Krise kein Ausrutscher oder Höhepunkt, sondern logische Folge eines zerstörerischen Systems, bei dem Mensch und Umwelt nur zählen, was sie als Mehrwert einbringen. Der Filmemacher Erwin Wagenhofer, der schon mit „We feed the World“ einen ungemütlichen Blick auf die Wirklichkeit warf, hat bei Dreharbeiten in China, Afrika, USA, Südostasien und Europa die verschiedenen Ebenen eines komplexen, aber eindeutig unvernünftigen Finanzsystems beleuchtet. Es dient wenigen Mächtigen und schadet allen. Für diese Wahrheit findet Wagenhofer erschreckende Fakten, grausame Bilder und zynische Kommentare von Fondsmanagern, Unternehmer und Politikern. In Singapur beispielsweise lässt Wagenhofer Dr. Mark Mobius zu Wort kommen, der in Finanzkreisen als einer der mächtigsten Männer gilt: „Ich glaube nicht, dass ein Investor verantwortlich ist für die Ethik, für die Verschmutzung oder das, was eine Firma verursacht, in die er investiert. Das ist nicht seine Aufgabe. Seine Aufgabe ist zu investieren und Geld für seine Klienten zu verdienen.“

Divestment

Was können wir dagegen tun? An der Diskussion im Anschluss an den Film beteiligt sich Fossil Free Münster, Teil der wachsenden internationalen Kampagne GoFossilFree!, deren Parole lautet: Divestment. Ziel ist es, Institutionen davon zu überzeugen, ihr Vermögen aus der fossilen Brennstoffindustrie zu ziehen. Weltweit setzen sich über 300 Studierendeninitiativen beispielsweise dafür ein, dass ihre Universitäten alle neuen Investitionen in Kohle, Öl und Gas stoppen und in erneuerbare Energien reinvestieren. Fossil Free Münster hat die Kommune aufgefordert, alle Geldanlagen und Investitionen offenzulegen, alle neue Investitionen in die fossile und nukleare Brennstoffindustrie zu beenden und alle existierenden Investitionsverträge in die fossile und nukleare Brennstoffindustrie innerhalb der nächsten fünf Jahre zu beenden. Öffentliche Gelder sollen, so das Argument, gefälligst nachhaltig angelegt werden, also so, dass sie den Fortbestand von Mensch und Umwelt sichern. 2015 setzte der Rat der Stadt einen entsprechenden Beschluss in die Tat um – ein großer Erfolg!